Antigua und der härteste Wandertag unseres Lebens!

Von Guatemala-City ging es ins nahe gelegene Antigua. Bis ins 18. Jahrhundert verwalteten die Spanier von hier aus ganz Mittelamerika, bis die Stadt von einer Serie von Erdbeben völlig zerstört und daraufhin verlassen wurde. So viel hat sich hier in den letzten 200 Jahren nicht getan. An jeder Ecke steht eine Ruine, die Häuser sind flach und die Kopfsteinpflasterstraßen runden das Bild ab. Der Name ist hier Programm.







Gestern haben wir uns dann auf den Weg gemacht einen der drei Vulkane zu besteigen, die das Panorama der Stadt prägen. Der inaktive Acatenango ist der höchste mit über 3900 m, von hier hat man eine Wahnsinnsaussicht und einen guten Blick auf den aktiven Vulkan namens Fuego.


Um 11 Uhr Morgens laufen wir los und wissen, dass es hart werden wird. Wir müssen unsere Sachen und unser Zelt selbst tragen und da wir uns einen Rucksack teilen kommt der auf mindestens 12 kg. Die ersten zwei Stunden läuft man steil bergauf durch den Dschungel, danach wird es etwas flacher und die Vegetation erinnert eher an europäische Wälder. Nach fünfeinhalb Stunden kommen wir an. Das hatten wir uns eigentlich schlimmer vorgestellt, 1500 Höhenmeter verteilt auf sechs Kilometer Fußmarsch, aber der harte Teil sollte am nächsten Morgen folgen. Wir haben Glück und es regnet nicht viel und nicht all zu lang (die Tage davor konnte man seine Uhr danach stellen, dass es zum Sonnenuntergang wie aus Eimern schüttet), sodass wir noch ein wenig am Lagerfeuer sitzen.










Am nächsten Morgen heißt es um kurz vor vier aufstehen, um pünktlich zum Sonnenaufgang den Gipfel zu erreichen. Man läuft eineinhalb Stunden durch tiefes Lavageröll: auf zwei Schritte nach oben, rutscht man einen wieder ab. Unglaublich kraftraubend das Ganze und vielleicht die härteste physische Herausforderung unseres Lebens, aber der Wille siegt und wir kommen am Gipfel an.







Der Abstieg geht ganz fix, durch das tiefe Lavageröll kann man einfach bergab rennen. Nach dem Frühstück geht es dann noch zweieinhalb Stunden bergab, was ganz schon auf die Knie geht. Um das Ganzkörper-Schmerzerlebnis abzurunden, werde ich am Fuß des Vulkans noch von einer Biene in den Rücken gestochen.

Zurück in Antigua fühlt sich die Dusche und das Mittagsschläfchen dafür umso himmlischer an.

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