Uyuni: ein etwas anderes Paradies!

Nach drei Tagen haben wir San Pedro und die Atacama-Wüste hinter uns gelassen. Wir haben eine Tour nach Bolivien durch die Salzwüste Salar de Uyuni gebucht. Diese Tour hat die durchaus hohen Erwartungen bei weitem übertroffen. Mir fallen keine Adjektive ein, die den Landschaften dort gerecht werden könnten.

Der Reihe nach: Am Sonntag wurden wir um halb acht (nach wirklich wenig Schlaf, da Samstag Partytime in unserem Hostel war) abgeholt und mit einem Bus an die bolivianische Grenze gebracht. Wir hatten wirklich Respekt vor der Höhe (innerhalb einer Stunde von 2000 auf 4600 Meter), hatten damit auf dem gesamten Trip allerdings keinerlei Probleme (der höchste Punkt war bei knapp 5000 Meter).



Nach dem Grenzübertritt haben wir unseren Fahrer, Rodolfo, kennengelernt. Zu sechst würden wir und vier Franzosen also die nächsten drei Tage in diesem Allrad-Jeep verbringen. Wir verstanden uns alle richtig gut.

Das bolivianische Altiplano (Hochland) hatte uns am ersten Tag bunte Lagunen zu bieten. Nach der Laguna Blanca und der Laguna Verde (die grüne Farbe entsteht durch Arsen und andere Mineralien), hatten wir die Möglichkeit in einem Thermalpool zu baden.







Danach besuchten wir Geysire, die riesige Wolken aus heißem Dampf ausstoßen. Rodolfo versorgte uns durchgehend mit Kokablättern, das trug wohl auch seinen Teil dazu bei die Höhe zu vertragen.





Zum Abschluss des ersten Tages fuhren wir zur flamingobevölkerten Laguna Colorada. Danach ging es in ein Hostel in einem kleinen Dorf. Das Essen war mau und streng rationiert, warmes Wasser gab es nur gegen Bares, funktionierte dann aber auch nicht (Gehirnfrost vorprogrammiert, da sich die Temperaturen nachts gegen 0° C einpendeln).








Der zweite Tag begann mit einem spärlichen Frühstück. Danach brachen wir auf, um uns Felsmalereien der Inka und verrückte Gesteinsformationen anzusehen. Wir fühlten uns wie auf einem riesengroßen Abenteuerspielplatz und erkletterten alle Felsen. Thomas, einer der Franzosen aus unserem Jeep hat mit seinem gewagten Kletteraktionen mit Shorts und Flipflops immer wieder für Erstaunen und viel Spaß in den Backen gesorgt.





Zum Mittagessen besuchten wir den friedlichsten und wunderschönsten Ort, den wir jemals gesehen haben. In einem kleinen Tal sammelten sich Lamas auf sumpfigem, schwammigem Boden. Nach einem kurzen Fußmarsch konnten wir die Laguna Negra erblicken. Man fühlte sich, als wäre man in eine andere Zeit zurückversetzt worden.





Nach knapp drei Stunden fuhren wir weiter, kletterten noch ein wenig auf bizarren Felsformationen umher und erreichten kurz nach Sonnenuntergang die Salzwüste. Vor etwa 15000 Jahren gab es hier einen riesigen See, heute ist dieser Ort der größte Spiegel der Welt und sogar wichtig für das globale Klima, da die weiße plane Fläche die Sonne reflektiert. Das macht allerdings auch gemeinen Sonnenbrand. Wir übernachteten in einem Hotel, das komplett aus Salz besteht (Ja, wir haben fast alle Wände abgeleckt: echt salzig).




Der dritte und letzte Tag startete sehr früh. Um fünf Uhr saßen wir im Jeep, um den Sonnenaufgang mitten in der Wüste erleben zu können. Zwiebelsystem war angesagt, der Wind war unglaublich kalt. Danach fuhren wir auf die Insel Incahuasi, zumindest war der kleine Berg eine Insel gewesen, als es hier noch Wasser gab.










Danach fuhren wir mitten in die Wüste, um Perspektivbilder zu machen. Dabei konnten alle ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Soweit man gucken kann nur weißes Nichts, am Horizont sieht es Dank der Luftspiegelungen aus als würden die Berge schweben.





Nachdem wir an einem Touristenmarkt zu Mittag gegessen haben, folgte unsere letzte Station: der Eisenbahnfriedhof von Uyuni. Hier waren wir schon traurig, dass dieser unglaubliche Trip schon zu Ende war. Die Strapazen wurden völlig ausgeblendet. Abschließend bleibt noch zu sagen, dass wir unglaubliches Glück mit unserer Agentur hatten. Alle bis auf eine Agentur bieten die "Ruta classica" an. Das heißt, dass diese Route im Konvoi von 20-40 Jeeps pro Tag befahren wird und alle Leute in der gleichen Unterkunft schlafen. Unser Reiseanbieter bot eine alternative Route an, die (im Vergleich zu Reiseberichten der Leute, die die klassische Variante hatten) abwechslungsreicher war und bessere Schlafmöglichkeiten bot. Der größte Pluspunkt war aber eindeutig, dass wir nur mit zwei Jeeps unterwegs waren, so kannte man schnell alle Leute und in der Einsamkeit wirkt die Schönheit des Altiplano und der Salar viel beeindruckender. Gegen Ende kam fast ein wenig Klassenfahrt-Feeling auf und man versprach sich, sich gegenseitig im Heimatland zu besuchen.






Als wir in Uyuni angekommen waren buchten wie uns mit unseren französischen Jeepgefährten einen Bus nach La Paz. Die Luft ist unglaublich schlecht und man kommt sehr schnell außer Atem.




Kommentare

  1. Haha, die gleiche Tour haben wir damals auch gemacht, nur beginnend in Uyuni und als Round-Tour. Eure tollen Bilder erinnern mich an die Zeit damals. Viel Spaß in La Paz und versucht mal ins dortige Gefängnis zu kommen (Nur zu Besuch versteht sich). Wenn ihr die richtigen Leute trefft, sollte das schon möglich sein. Wir wurden damals leider nur abgerippt und haben 10€ verloren, aber allein das Gefühl schon fast drin zu sein, war es wert.

    Passend dazu auch das Buch: http://www.amazon.de/Marching-Powder-Rusty-Young/dp/1743108591

    Und vergesst nicht auf dem Markt in LaPaz ein wenig SanPedro einzukaufen ;)

    Liebe Grüße aus Frankfurt,
    Alex

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  2. Haha, die gleiche Tour haben wir damals auch gemacht, nur beginnend in Uyuni und als Round-Tour. Eure tollen Bilder erinnern mich an die Zeit damals. Viel Spaß in La Paz und versucht mal ins dortige Gefängnis zu kommen (Nur zu Besuch versteht sich). Wenn ihr die richtigen Leute trefft, sollte das schon möglich sein. Wir wurden damals leider nur abgerippt und haben 10€ verloren, aber allein das Gefühl schon fast drin zu sein, war es wert.

    Passend dazu auch das Buch: http://www.amazon.de/Marching-Powder-Rusty-Young/dp/1743108591

    Und vergesst nicht auf dem Markt in LaPaz ein wenig SanPedro einzukaufen ;)

    Liebe Grüße aus Frankfurt,
    Alex

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  3. Gude Alex,
    danke für den Buchtipp, klingt echt spannend.
    Ich glaub das mit dem Knastbesuch können wir uns sparen, waren gerade unfreiwillig auf der Polizeiwache (ohne Pass und ohne Visumsbeleg). Zum Glück sind wir keine Peruaner, sonst hätten wohl länger auf der Wache bleiben müssen. "Los alemanes no tienen mala fama". Saludos

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  4. Gude Alex,
    danke für den Buchtipp, klingt echt spannend.
    Ich glaub das mit dem Knastbesuch können wir uns sparen, waren gerade unfreiwillig auf der Polizeiwache (ohne Pass und ohne Visumsbeleg). Zum Glück sind wir keine Peruaner, sonst hätten wohl länger auf der Wache bleiben müssen. "Los alemanes no tienen mala fama". Saludos

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